Geschichte

Unternehmensgeschichte

 
 

1883

Friedrich Fischer konstruiert die Kugelschleifmaschine. Mit ihr ist es möglich, gehärtete Stahlkugeln absolut gleichmäßig rund zu schleifen - und das auch noch in großen Stückzahlen. Dank dieser Innovation des "Kugelfischers" tritt das Kugellager von Schweinfurt aus seinen Siegeszug um die Welt an.

Das Jahr 1883 wird später zum Gründungsjahr des Unternehmens erklärt.

 

1896

Friedrich Fischer stellt den Bauantrag für ein neues Werk am Bahnhof - der Übergang zu einer neuen industriellen Größenordnung. Pro Woche werden dort 10 Millionen Kugeln produziert. Ein Jahr später wird die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

 

1899

Am 2. Oktober stirbt Friedrich Fischer im Alter von 50 Jahren an einem Schlaganfall. Er hinterlässt keine Nachkommen. 400 Mitarbeiter verlieren mit ihm, dem Erfinder-Unternehmer, die treibende Kraft. Das Unternehmen gerät noch mehr in finanzielle Schieflage, zumal die Krise in der Kugelindustrie, verursacht durch Überproduktion, hohen Wettbewerbsdruck, Schutzzölle etc., anhält.

 

1905

Am 29. Juli wird die Marke FAG beim Patent- und Markenamt in Berlin registriert. Das eingetragene Warenzeichen in der Bedeutung Fischers Aktien-Gesellschaft ist heute in weit über 100 Ländern geschützt.

 

1909

Georg Schäfer übernimmt die „Erste Automatische Gußstahlkugelfabrik, vormals Friedrich Fischer, AG“ und wandelt sie zum 1. November in eine Offene Handels-Gesellschaft um.
Mit hohem persönlichen Einsatz schafft Georg Schäfer ein international anerkanntes Industrieunternehmen. Die Exportquote steigt – u.a. dank der sehr hohen Qualität der Wälzlager - noch vor dem Ersten Weltkrieg auf 40 Prozent.

 

1911

Wälzlager finden in immer mehr Automobilen Anwendung. Ray Harroun gewinnt das erste 500-Meilen-Rennen von Indianapolis in einem Marmon, der ausschließlich mit FAG-Kugellagern ausgerüstet war.

 

G. u. J. Jaeger in Wuppertal, gegründet 1868 und 1933 von FAG übernommen, entwickelt das so genannte Bundrollenlager, das erste Zylinderrollenlager, das sich im großen Umfang in hochbelasteten Schienenfahrzeugen bewährt.

 

1912

Johann Modler, ein FAG-Ingenieur, entwickelt das winkeleinstellbare Tonnenrollenlager (DRP Nr. 290 038 vom 16.2.1912).

 

1913

In Hinterachsgetrieben größerer Lastwagen finden sich die ersten Nadellager der Dürkoppwerke, Bielefeld, gegründet 1867 und 1962 mehrheitlich von FAG übernommen.

 

Das 30-jährige Firmenjubiläum wird gefeiert. Auf den Siegeszug der Wälzlager im Fahrzeug- und Maschinenbau machen bunte Reklamemarken aufmerksam.

 

1914

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges arbeiten 1.000 Menschen im Unternehmen.

 

1919

Nach Ausscheiden der Minderheitsgesellschafter Kirchner und Kuffer geht die Firma in den alleinigen Besitz Georg Schäfers und seines Teilhabers Hermann Barthel über.

 

1922

Erstmals werden für die eigene Kugelproduktion keramische Schleifplatten selbst gefertigt.

 

1926

Beginn der Kegelrollenlagerfertigung.

 

1929

Kampf um Selbstständigkeit des Unternehmens. Während fast alle anderen deutschen Wälzlagerhersteller von der schwedischen VKF aufgekauft werden, bleibt FAG Kugelfischer unabhängig. Große Aufträge aus Russland helfen zu überleben.

 

1933

Kauf der Firma G. u. J. Jaeger in Wuppertal, fortan Schwerpunkt-Produktion für Eisenbahnlager und Großlager.

 

1936

Gründung des ersten Auslands-Zweigwerk in Wolverhampton/Großbritannien.
Der drohende Kriegsausbruch setzt dem hoffnungsvoll angelaufenen Werk jedoch ein jähes Ende. Die Mitarbeiter müssen zurückgerufen werden.

 

1940

Gründung der Zweigwerke in Eltmann und Ebern in die 1943/1944 Teile der Produktion verlagert werden.

 

1943

Ab August bis Kriegsende 15 schwere Bombenangriffe der Alliierten.
Das Schweinfurter Werk wurde zu 83 Prozent zerstört, zuletzt waren hier fast 12.000 Menschen beschäftigt.